Rezension: Vox von Christina Dalcher

Rezension: Vox von Christina Dalcher

Verlag: S. Fischer
Seiten: 400
ISBN: 978-3103974072

Darum geht es:

In einer Welt, in der Frauen nur hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, bricht eine das Gesetz. Das provozierende Überraschungsdebüt aus den USA, über das niemand schweigen wird!

Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr.

Das ist der Anfang.

Schon bald kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmuts, ihrer Träume beraubt.

Aber das ist nicht das Ende.

Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen.

Cover-/ Textrechte: S. Fischer

Meine Meinung

Ich weiß gar nicht so richtig, was ich zu diesem Buch sagen soll. Es war absolut erschreckend, krass und einfach voller WTF Momente.

Stellt euch vor, ihr habt ein normales Leben. Haus, Kinder und guter Job. Dann kommt eine neue Regierung und die engt euch ein und erklärt das als vollkommen okay. Ihr habt es nämlich nicht anders verdient. Ihr seid einmal zu viel gegen die Einschränkung von Frauenrechte auf die Straße gegangen. Habt einmal zu viel den Mund aufgemacht. Euch einmal zu viel nicht Alles gefallen lassen. Also verpasst man euch Konsequenzen. Eine begrenzte kontrollierte Wortzahl, eine Verbannung ins Hausfrauendasein und absolute Kontrolle über euch, euer Tun und euer Leben. Ihr dürft nix mehr. Nicht einmal Post annehmen.

Das erschreckende ist, dass ich ein solches Szenario als absolut realistisch erachte. Wie heißt es immer so schön, auch im Buch: “Soweit würde es nie kommen.”
Auch Jean ist der Meinung, dass es soweit nicht kommen wird und belächelt ihre College Freundin Jackie, als sie den “Teufel” an die Wand malt. Aber genau so kommt es. In ihrer eigenen Familie bekommt Jean mit, wie ihre Tochter leidet und ihr Sohn selbst einer dieser “Reinen” wird. Doch er unterschätzt teilweise das System und Konsequenzen für “Verfehlungen”. Als er auch dieser erfährt verschwindet er, um etwas gut zu machen.

Für Jean bietet sich die Möglichkeit etwas zu ändern, allerdings muss sie daher vorerst einen Deal mit dem Teufel eingehen. Aber kann sie so tatsächlich ein ganzen System auf den Kopf stellen? Sie versucht es auf jeden Fall.

Fazit

Einfach nur wow. Die Autorin konnte mich absolut mit diesem Buch fesseln. Ich war geschockt und fassungslos, wie es überhaupt soweit kommen kann. Aber wie heißt es so schön: Unmöglich ist Nichts. Die Story bringt einen auf die Palme und holt einen wieder runter. Es bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Es zeigt, dass es wichtig die Stimme zu nutzen, um Sachen zu verhindern. Sich nicht zum Schweigen bringen lassen, wenn man merkt, dass etwas in eine Richtung kippt, die teilt und diskriminiert. Egal in welcher Form. Von mir gibt es 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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