
Werbung: Rezension: Kaltes Krematorium von József Debreczeni
Verlag: FISCHER 
Seiten: 258
ISBN: 9783103975444
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!
Das erwartet euch:
Die Wiederentdeckung nach 70 Jahren, erstmals auf Deutsch: »Ein literarischer Diamant, scharfkantig und kristallklar«, schreibt die »Times« über József Debreczenis Erinnerungen an Auschwitz. Sein bewegender Bericht aus den Vernichtungslagern gilt als eines der größten Werke der Holocaust-Literatur. In ihrem Nachwort setzt sich Carolin Emcke mit diesem bewegenden Memoir eines Überlebenden auseinander und reflektiert darüber, was es für uns heute bedeutet, dieses Buch zu lesen.
Der renommierte ungarische Journalist und Dichter József Debreczeni wurde 1944 als Jude nach Auschwitz deportiert, es folgten zwölf albtraumhafte Monate in verschiedenen Konzentrationslagern. Seine letzte Station war das »Kalte Krematorium«, die Krankenbaracke des Zwangsarbeitslagers Dörnhau.
Kurz nach der Befreiung schrieb József Debreczeni seinen Bericht: eine gnadenlose Anklage von höchster literarischer Qualität. Mit präzisen Beschreibungen, dem Mittel der Ironie und mitunter einem beißenden Humor bringt er uns die Menschen nahe, denen er in der Haft begegnet ist und deren Erfahrungen in den Lagern mit dem Verstand kaum zu begreifen sind. Erstmals 1950 auf Ungarisch veröffentlicht, geriet es in Vergessenheit – mehr als 70 Jahre später wurde es in 15 Sprachen übersetzt
Cover-/ Textrechte: FISCHER
Meine Meinung
„Kaltes Krematorium“ ist kein Buch, das man einfach liest – es ist ein Buch, das man aushalten muss.
József Debreczeni schildert seine Erfahrungen im nationalsozialistischen Lagern, darunter auch Auschwitz, mit einer Klarheit und Nüchternheit, die tief erschüttert.
Seine Sprache bleibt dabei oft so sachlich, dass sich das erlebte Grauen mit einer umso größere Wucht zu entfalten scheint. Es gibt keine dramatische Zuspitzung, keine künstliche Emotionalisierung, kein Übertreiben und genau das macht die geschilderten Ereignisse so beklemmend. Schon zu Beginn wie die Menschen ins Lager kommen per Zug, “sortiert” und belogen werden oder der Weg ins Lager.
Beim Lesen wird einem immer wieder bewusst, dass hinter jeder beschriebenen Szene wahnsinnig viele reale Schicksale stehen. Dem Autor gelingt es, das Unfassbare greifbar zu machen. Die Unmenschlichkeit des Systems, die Willkür, der tägliche Kampf ums Überleben für die Insassen. All das wird schonungslos, aber nie sensationsheischend dargestellt.
Besonders berührend ist, wie viel Menschlichkeit trotz allem zwischen den Zeilen spürbar bleibt. Egal ob kleine Gesten, Gedanken, Freundschaft oder Erinnerungen. Reste von Würde die bleiben in einer Welt, die genau diese auslöschen wollte für gewisse Menschegruppen.
Fazit
Dieses Buch hinterlässt keine „klassische“ Leseerfahrung. Es ist schwer, belastend und stellenweise kaum zu ertragen. Und doch ist es wichtig. Es erinnert, es mahnt und es zwingt dazu, hinzusehen. „Kaltes Krematorium“ ist ein eindringliches Zeitdokument, das lange nachwirkt. Keine leichte Lektüre, aber eine, die gelesen werden sollte. Vor allem auch im Unterricht. Von mir gibt es 5 Sterne
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