
Werbung: Rezension: Feine Risse von Elisa Hoven
Verlag: S. FISCHER 
Seiten: 288
ISBN: 978-3103977516
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!
Das erwartet euch:
Wenn Recht nicht reicht.
Neue Fälle zwischen Recht und Gerechtigkeit, zwischen Schuld und Verschweigen, Wahrheit und Lüge
Eva Herbergen, engagierte Strafverteidigerin, will sich langsam aus ihrer Arbeit zurückziehen und mit Ehemann Peter das Alter genießen. Doch die düsteren Schatten ihrer Fälle reichen bis in ihr Privatleben hinein. In packenden Tableaus leuchtet Elisa Hoven in »Feine Risse« juristische wie biographische Dunkelzonen aus: Sicherheit ist Illusion, ein Urteil bleibt immer nur eine Annäherung an die Wahrheit. »Feine Risse« führt ins Dickicht der Zufälligkeiten bei der Entstehung von Straftaten. Die Ursachen verstecken sich oft tief in einer Vorgeschichte – und liegen manchmal so nahe, dass sie umso leichter übersehen werden.
Cover-/ Textrechte: S. FISCHER
Meine Meinung
Eva Herbergen arbeitet seit vielen Jahren als Strafverteidigerin und liebt ihren Beruf, trotz aller moralischen Grauzonen, die dieser mit sich bringt. Sie verteidigt Menschen, die schuldig wirken oder es vielleicht sogar sind. Doch oft entscheidet nur ein einziger Moment darüber, ob jemand Opfer oder Täter wird.
Auf Empfehlung einer Buchfreundin, die selbst Jura studiert, bin ich auf „Dunkle Momente“ aufmerksam geworden und nachdem mich dieses begeistern konnte, hat mich auch “Feine Risse” angezogen.
Die Autorin ist Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof und bringt dadurch nicht nur Fachwissen, sondern auch spürbare Erfahrung mit. Trotz dessen, habe ich schon einige Sachen in der Richtung gelesen, die einfach “langweilig” geschrieben waren. Das ist hier nicht der Fall. Durch die Person Eva Herbergen bekommen wir einen Roman und keine einfaches Sachbuch. Finde ich super gelöst.
Der Schreibstil ist auch hier wieder fesselnd, eindringlich und schafft es, einen unmittelbar in die einzelnen Fälle hineinzuziehen.
Insgesamt begleitet man Eva Herbergen durch sechs Fälle aus ihrer Laufbahn. Dabei wird nicht nur geschildert, was passiert ist, sondern auch, wie mit den Mandaten umgegangen wurde, wobei es dieses Mal weniger Einblick in den Gerichtssaal gab und welchen Ausgang die jeweiligen Fälle nahmen.
Auch hier ist die Skrupellosigkeit einiger Beteiligter wieder echt erschreckend. Die menschlichen Abgründe, die sich hier offenbaren, sind stellenweise wirklich tief.
Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie komplex Schuld sein kann und auf welche teils erschreckend cleveren Ideen Menschen kommen. Auch mein eigener moralischer Kompass geriet dabei hin und wieder ins Wanken. Interessant war zudem, dass selbst Strafverteidiger nicht immer die ganze Wahrheit kennen und ebenfalls manipuliert oder getäuscht werden können.
Fazit
Auch „Feine Risee“ regt stark zum Nachdenken an. Das Buch ist gleichermaßen aufwühlend, spannend und stellenweise befremdlich und genau diese Mischung macht es jedoch so lesenswert. Die Einblicke in die einzelnen Fälle, lassen einen tatsächlich stellenweisenoch mehr an der Menschheit zweifeln, als sowieso schon. Erneut 4,5 Sterne
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