Rezension Thalél Malis: Das Flüstern der Flammen (Nancy Pfeil)

Rezension Thalél Malis: Das Flüstern der Flammen (Nancy Pfeil)

Verlag: Tagträumer Verlag
Seiten: 465
ISBN: 978-3946843092

Darum geht es:

Eine Liebe, gesät im Hass.
Ein Thron, der seine Könige besitzt.
Eine Bestimmung.
Befeuert durch einen Krieg zwischen zwei Reichen,
ist ein jeder dazu verdammt Opfer zu bringen
damit das eigene Licht nicht erlischt.

Richte eine Waffe nur auf einen anartischen Krieger, wenn du sicher bist, dass du ihn auch töten kannst. Laufe nur weg, wenn du weißt, dass er langsamer rennt als du. Schweige lieber, bevor er deine Lügen enttarnen kann. Und, Neyla, bleibe niemals vor ihm auf dem Boden liegen. Ich habe dich eine Menge gelehrt, aber den Stolz einer Kriegerin hast du schon mitgebracht.

Meine Meinung

Warum ich zum Buch gegriffen habe, braucht man ja eigentlich gar nicht Fragen. Ich sage es aber trotzdem gern. Erstens wegen dem Cover , 2. wegen des Klappentextes und 3. wegen meinem Lesezwilling. Die Frage die ich mir während des Lesen gestellt habe war: Warum zur Hölle lag es so lange auf deinem Stapel ungelesener Bücher?

Fangen wir mit dem Schreibstil an. Nancy Pfeil hat eine absolute tolle Art in ihre erschaffene Welt zu entführen. Flüssig und mit der Fähigkeit behaftet Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Man durchlebt so ziemlich jede einzelne Gefühlsregung zu der man fähig ist und das innerhalb kürzester Zeit, denn man will dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen.

Zwischen Jordanes und Anartier liegt ein Friedensabkommen vor, doch dieses ist eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Nicht Alle 3 Stammesführer sind mit diesem Frieden einverstanden, der mehr Nachteil als Vorteil für Anatier zu bringen scheint. Neyla von Thalél Malis fällt dabei die Rolle zu, zu überleben, wenn die Erneuerung des Friedens im Feindesland stattfinden soll. Und wer wäre besser geeignet, um ihr genau das beizubringen, als ein anartischer Krieger?

“Wir Beide sind Verbündete, keine Freunde. Und wenn das hier vorbei ist, dann stehen wir uns als das gegenüber, was wir seit jeher sind.” (Seiten 39)

Doch was wäre, wenn deinem Feind mehr an die zu liegen scheint, als deinem eigenen Bruder? Was wenn die Grenze zwischen Freund und Feind verschwimmt? Wem kannst du glauben und ist eine gereichte Hand wirklich so viel Wert?

Das Flüstern der Flammen, war eine Story voll nach meinem Geschmack. Spannung, Verrat und Intrigen stehen im Mittelpunkt und eine Liebe, die so viel mehr ist. Allerdings sollte man nicht auf die klassische Lovestory hoffen, denn diese gibt es hier nicht.

Was mich neben dem Setting und der Story begeistern konnte, waren die Charaktere. Die ziemlich vielseitig waren und zu beeindrucken wussten. Über allen Oberhäuptern, egal ob der König von Thalél Malis oder den Stammesoberhäupter schwebt die Frage, wie viel sind sie bereit zu opfern, um ihr Volk zu retten. Damit setzen sich auch nach und nach gewisse Puzzleteile zusammen. Man merkt, dass hier nicht einfach nach Schwarz und Weiß unterschieden wird, sondern auch ein Grauton dazwischen liegt. Die Figuren wissen zu beeindrucken, egal ob im positiven oder negativen Sinne.

Neyla mochte ich von Anfang an. Sie macht die Entwicklung vom Schatten ihres Bruders zu einer echten Kriegerin meisterhaft mit. Sie lässt sich auch von Danis nicht ins Bockhorn jagen und bietet ihm die Stirn. Sie ist bereit für das zu kämpfen, was sie liebt.

„Mir macht Angst, was vor uns liegt“, gab Neyla dann schließlich zu und blickte zu Yarne auf.„Das sollte es auch“, antwortete Yarneleise. „Furcht sät Respekt. Und Respekt hindert uns daran, unüberlegt und leichtfertig zu handeln.“ (Seite 275)

Damit kommen wir zu Danis. Der Anarte, der Neylas Ausbildung übernimmt. Danis macht bei seinem ersten Auftritt eine recht passable Figur, aber erst mit der Zeit schließt man un so tief in sein Herz, dass man ihn nicht mehr gehen lassen möchte. Er ist ein stolzer Krieger seines Volkes und das Wohl seines Stammes und seiner Brüder gehen ihm über Alles. Er hat einen herrlichen Humor und ich musste über ein paar der Dialoge mit Neyla echt lachen.

Alle Charaktere sind auf ihre Art einzigartig, aber man sollte sein Herz nicht zu sehr an sie hängen. Gegen Ende hin gibt es so What the Fuck Momente. Ich war todunglücklich und habe echt getobt. Warum, lest ihr bitte selber nach.

Der große Showdown in Thalél Malis kann sich auch sehen lassen, denn es war wahnsinnig spannend und endete mit einem gebrochenen Herzen.

Fazit

Oben ist eigentlich schon Alles gesagt. Obwohl. Nee Moment. Es fehlt eine Sache: LESEN. UNBEDINGT. Für ein Debüt ist das hier eine mordsmäßig geniale Story, die mit Facettenreichtum und mega Charakteren glänzen kann. Definitives ein Jahreshighlight.

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