Rezension: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen. von Ava Reed

Rezension: Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen. von Ava Reed

Verlag: Uberreuter Verlag
Seiten: 320
ISBN: 978-3764170899

Darum geht es :

In jeder Dunkelheit brennt ein Licht. Man muss es nur finden!

Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …

Cover-/ Textrechte: Ueberreuter Verlag

Meine Meinung

Ava Reed gehört zu den Autorinnen, die mich automatisch dazu veranlassen ihr Buch zu kaufen, egal worum es dabei geht. Sie kann mich einfach immer wieder mit ihrem Schreibstil einfangen und versteht es Themen gut zu verpacken.

Selbst schwierigen Themen widmet sich die Autorin mit einem angenehm leichten Schreibstil, der einen an die Story fesselt und in die meist ziemlich emotionale Achterbahn zieht. Einziger Makel. Die Bücher sind immer so schnell vorbei. So ging es mir auch mit “Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.” Innerhalb weniger Stunden habe ich es wirklich verschlungen und musste danach erstmal tief durchatmen.

Eigentlich ist Leni ein stinknormaler Teenager, der kurz vor seinem Schulabschluss steht. Sie kommt mir so wahnsinnig lebenslustig vor und gibt zusammen mit ihrer besten Freundin Emma ein tolles Gespann ab, dass ich für und gern, als das doppelte Lottchen bezeichnen würde. Zumindest bis zum ersten Schultag nach den Ferien, an dem man Leni noch eine kleine Panikatacke attestieren könnte. Vielleicht, weil ihr  bewusst wird, dass sie sich noch keine Gedanken darüber gemacht hat, was nach dem Abitur wird. Doch was vielleicht wie eine Panikatacke anmutet scheint doch schwerwiegender zu sein, denn die junge Frau beginnt sich zu verändern. Langsam aber schleichend, macht sich eine gewisse Leere in ihr breit und keiner kann das verstehen. Auch Leni weiß nicht was mit ihr los ist. Man attestiert Stress oder eine gewisse Panik, da es ja das letzte Schuljahr ist und der Druck für die Prüfungen am Ende auch zu Beginn schon da ist. Solche Diagnosen sind schnell gestellt, denn siesind einleuchtend. Doch was, wenn man in einem Strudel gefangen ist, der nicht nur mit Stress und Druck zu tun hat?

In Leni baut sich eine gewisses dunkles Gefühl auf und nach vielen Fehldiagnosen, bekommt dieses schließlich einen Namen. DEPRESSION. Ein Wort hinter dem so viel steckt und über das so wenig geredet wird. Die Autorin redet darüber. Zumindest verpackt sie das Thema für meine Begriffe gut. Denn aus Unglaube in der Familie wird relativ schnell Akzeptanz, dass das Problem angegangen werden muss. Alle wissen das der Weg nicht leicht werden wir, aber er muss gegangen werden. Zumindest wenn die Chance auf ein weiteres “normales” Leben für Leni bestehen soll.

Durch Lenis Tagebucheinträge wurde das Ganze wahnsinnig real und durch die Ich- Perspektive konnte man sich berührend genau in sie hinein versetzen. Ihre Gedanken setzten sich manchmal in mir selbst fest und ich bekam wahnsinnig Mitleid mit ihr. Niemand sollte solche dunklen Gedanken mit sich rumtragen. Man leidet mit ihr und hofft einfach, dass am Ende Alles gut werden würde, denn Leni begibt sich schließlich in Therapie. Doch hatte ich den Eindruck, dass diese zu Beginn nicht anschlug. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass Leni sich nicht bereit dafür fühlte, diese Dunkelheit jetzt schon zu bekämpfen. Plötzlich ist da Matti und es ist relativ zeitnah ersichtlich, das er ihr Anker sein wird.

2 Personen die anders sind, die unterschiedliche Krankheiten haben, können einander helfen und sich unterstützen. Ich finde, das machen die beiden Charaktere auch richtig toll. Auch wenn sie etwas blauäugig in ihre Abenteuer starten, so sind die beiden, mehr oder weniger Fremden, für einander da. Egal wie ernst die Lage ist und auch wenn beide es wahrscheinlich für einfacher gehalten haben.

Fazit

Die Story um Leni, aber auch Matti ist eine tolle Story mit nur einer Besonderheit. Beide sind anders. Gerade Lenis Krankheit tritt wahnsinnig häufig auf und ich glaube, dass viele Leute mit Depressionen unentdeckt bleiben. Jeder kennt wahrscheinlich diese dunklen Tage, aber der Großteil findet einen Weg hinaus und behält das Licht im Auge oder findet es wieder. Dieses Licht kann auch Abenteuerlust mit einem kranken Jungen sein, der tatsächlich immer mit seiner Krankheit leben muss. Leni und Matti zusammen, ergeben eine tolle Reise ins Unbekannte die einen nachdenklich macht. Prädikat lesenswert.

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