Werbung: Rezension: Wie Treibholz auf Asphalt von Kobai Halstenberg

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Verlag:  Fischer Sauerländer
Seiten: 304
ISBN: 9783733509309

Ab 14 Jahre

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Das erwartet euch:

Ein berührendes Buch – nicht über junge Obdachlose, sondern von ihnen. – Autor*in Ausgezeichnet mit dem Salon 5 Preis der Jugendredaktion von CORRECTIV.

In den Großstädten begegnet man ihnen täglich: jungen obdachlosen Menschen. Doch was hat sie auf die Straße getrieben? Was erleben sie dort? Und was bräuchten sie?
14 junge Obdachlose berichten – und was sie zu sagen haben, ist krass: Sie erzählen von traumatischen Erfahrungen im ehemaligen Zuhause und von einem Alltag auf der Straße zwischen Ausgrenzung und Gewalt. Aber sie erzählen auch von Zusammenhalt und Freiheit, von vorsichtigen neuen Beziehungen und von ihren Träumen.

In Deutschland sind rund 18.000 Menschen unter 25 Jahren obdachlos. Ihre Geschichten sind so vielfältig wie sie selbst. Ein berührendes Buch, das Verständnis weckt und zu Engagement aufruft.

Cover-/ Textrechte: Fischer Sauerländer

Meine Meinung

King kam mit 11 ins Heim und mit 16 schließlich nach Berlin, weil er abgehauen ist. Die Eltern trinken und er muss sich an den echt schlechten Tagen um den Haushalt und seine Geschwister kümmern. Dazu kommt, dass der Vater die Mutter schlägt.  Als sie ihn nicht verlassen will, verlässt King die Familie freiwillig. Direkt am ersten Tag in der Hauptstadt findet er Anschluss. Er trinkt, nimmt Drogen wobei er von den härteren Sachen später auch wieder los kommt. Mittlerweile hat er sein Leben so halbwegs im Griff, einen Sohn und auch wieder Kontakt zum Vater, der ein Therapie gemacht hat.

Jenny hat Borderline und landet auf der Straße, weil sie in Jugendjahren von Heim zu Heim kommt und als sie mit 18 wieder Zuhause aufschlägt, soll sie arbeiten statt eine Therapie zu machen. Auch sie verschlägt es nach Berlin zusammen mit einer Freundin und sie bleibt ebenfalls dort, weil sie sich dort willkommen und aufgehoben fühlt. Bis sie das nicht mehr tat und mit Hilfe an ein betreutes Einzelwohnen kam und schließlich zur eigenen Wohnung.

Diese Beiden Beispiele stehen stellvertretend für die Menschen in diesem Buch und draußen auf den Straßen. Im Buch kommen 14 junge Menschen zu Wort die auf der Straße leben oder gelebt haben. Das Alter reicht dabei 15 von bis 26 und die Erlebnisse gleichen sich in so manchen Punkten, gehen aber eben auch auseinander. Bei den weiblichen Erlebnissen merkt man eindeutig, dass diese anders sind als die der Männer. Die Frauen müssen neben all den Dingen auch noch Angst vor sexuellen Übergriffe haben.

Das Buch beschäftigt sich eindringlich mit dem Thema Obdachlosigkeit bei Jugendlichen. Alle 14 kamen in sehr jungen Jahren und aus unterschiedlichen Gründen auf die Straße. Meist waren es etwa familiärer Probleme, Gewalt, Vernachlässigung oder sozialer Not. Danach galt es klar zu kommen. Viele finden danach Trost im Alkohol oder in Drogen.

Kobai Halstenberg macht hier auf ein Thema aufmerksam, dass man so eigentlich gar nicht auf den Schirm hat. Hauptsächlich begenen einem ältere obdachlose Menschen, aber hier geht es um junge Menschen die die Flucht aus ihren Familien für die Freiheit auf der Straße antreten. Natürlich gibt es Stellen an die sich diese Jugendlichen wenden können, aber diese müssen sie eben auch kennen. Im Buch hatten tatsächlich viele Glück, dass sie auch an Leute geraten sind, die ihnen geholfen haben. Hier merkt man aber auch wie wichtig Obdachlosenvereine und Hilfsorganisationen im Allgemeinen sind.

Die einzelnen Geschichten haben mich in sofern sehr berührt, dass einige es wirklich schlecht im Leben getroffen haben. Bei anderen war ich von ihrer Standhaftigkeit begeistert. Richtig toll finde ich allerdings, dass jeder der Menschen in diesem Buch noch Hoffnung und sich nicht selber aufgegeben hat.

Fazit

Ein wahnsinnig interessanter Einblick hinter die Kulissen von jungen Obdachlosen. Warum sie auf der Straße gelandet sind, welche Erfahrungen sie dort gemacht haben, wie sie das geprägt hat und welche Wünsche sie eigentlich haben. Vielen Dank dafür. 4 Sterne von mir

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