
Leipziger Buchmesse…schön war es wieder
Ihr Lieben.
Herzlich willkommen zu meinem Messerückblick für die LBM 2026. Gab es so, glaube ich zumindest, noch nicht. Irgendwie hatte ich aber Bock drauf euch teilhaben zu lassen.
Freitag, Messestart, Bahn-Realität und warum entspannt manchmal die beste Strategie ist
Ich habe dieses Jahr etwas Revolutionäres für mich gewagt: keinen Stress zum Messestart.
Statt mich früh morgens ins “Alle wollen rein” Getümmel zu stürzen, ging es für mich am Donnerstag ganz entspannt gegen 10 Uhr Richtung Leipzig und ganz ehrlich? Beste Entscheidung.
Der Vorteil meiner Strecke: Ich steige noch in einen angenehm leeren Zug ein und kann kurz so tun, als wäre Bahnfahren an Messetagen wie fast jeden Tag zur Arbeit eine ruhige und entspannte Angelegenheit. Irgendwann kommt aber der Punkt, ab dem man allerdings die sich stetig immer weiter füllende Bahn nicht ignorieren kann.
Umso schöner ist dann der Moment, wenn man durch den Presseeingang auf das Messegelände kommt und noch eimal einmal kurz durchatmen kann, bevor man sich freiwillig ins Chaos begibt.
Ein Podcast, bei dem man einfach gern zuhört
Mein erster Stopp brachte mich in Halle 4 zum Stand von Bastei Lübbe und direkt zu einem meiner Highlights des Tages:
Marie Graßhoff und Anabelle Stehl bei der Aufnahme ihres Podcasts „Interessiert mich (nicht)“.

Ich kannte den Podcast vorher schon, aber live dabei zu sein, ist nochmal etwas ganz anderes. Vor allem, weil die Themen genauso herrlich durcheinander sind, wie man es sich erhofft:
• Maries neues Buch „I am the Blade“
• Anabelles Studentenleben in Irland (inklusive „Wie überlebt man mit minimalem Geschirr oder besorgt sich welches?“)
• Dating von Buchcharakteren
• Sky Dumont
• Zombieapokalypsen
• und Danksagungen
Es ist diese Mischung aus Chaos und Ehrlichkeit, die einfach Spaß macht. Und natürlich auch, dass die Beiden genau so sympathisch sind, wie man hofft. Den Podcast gibt es dann demnächst auch online.
Hörbücher, KI und ein kleines bisschen Zukunftsmusik
Nach einem kleinen „Das könnte knapp werden“-Moment ging es weiter zur Veranstaltung der HTWK “Bücher Hören” rund um das Thema Hörbücher.
Hier wurde es dann etwas fachlicher – aber auf eine wirklich interessante Art.
Im Mittelpunkt im Gespräch mit Heike Völker-Sieber (PR & Öffentlichkeitsarbeit bei Penguin Random House) und Johannes Ackner (Geschäftsführer von BUCHFUNK)
der Hörbuchmarkt und die große Frage, was eigentlich passiert, wenn KI mitmischt.
Die gute Nachricht ist hier:
Menschliche Sprecher*innen bleiben (erstmal) gesetzt.
Nicht nur wegen der Emotionen, sondern auch, weil viele von ihnen inzwischen echte Fangruppen haben. Hörbücher sind eben nicht nur Inhalt, sondern sie sind auch Stimme, Gefühl und Persönlichkeit.
Aber natürlich steht die KI schon dezent im Hintergrund und winkt.
Vor allem bei Nischenthemen oder eher sachlichen Texten könnte sie künftig eine Rolle spielen.
Die Meinungen dazu? Unterschiedlich.
Die Skepsis? Spürbar.
Und am Ende hängt – wie so oft – auch vieles an der ganz unromantischen Frage: Lohnt sich das?
Mein Eindruck: Das Publikum ist aktuell noch ziemlich klar Team „echte Menschen, bitte“. In dem Team bin ich auch.
Ideen, Wünsche und ein Konzept, von dem ich noch nicht so richtig weiß, was ich davon halten soll
Neben all den Diskussionen ging es auch um die Zukunft und darum, was man sich eigentlich wünschen würde.
Ein paar Punkte, die hängen geblieben sind:
• mehr kleinere Plattformen als Gegenpol zu den ganz Großen wie Amazon
• Hörförderung als Einstieg ins Lesen (finde ich persönlich einen richtig schönen Ansatz)
• und dann war da noch: „Shelfie“ von Lübbe Audio, welches auch auf der Messe Premiere gefeiert hat
Und ich sag’s, wie es ist:
Die Beschreibung „Tonie für Erwachsene“ trifft es für mich irgendwie am Besten. Allerdings wird mir dieses Medium vermutlich verschlossen bleiben, da ich bei Hörbücher nix Physisches im Regal benötige und ich es daher nicht für sinnvoll halte. Vorallem benötige ich zum Abspielen mein Handy und eine App, also bis auf das Shelfie im Regal, kann ich da für mich noch keinen Nutzen erkennen. Ich gestehe aber auch, mich mit dem Thema noch nicht wirklich auseinander gesetzt zu haben. Wer das schon einmal tun will, findet hier Infos dazu: Shelfie
Nach den für mich interessanten Terminen, wurde dann noch etwas über die Messe geschlendert. Aufgrund grandioser (nicht vorhandener) Merkfähigkeiten hab Kat (meine gaaaaaanz tolle Messebegleitung von Catch your Dreams – Zauberhafte Bücherwelt) und ich Hallenhopping betrieben und so ordentlich Schritte gemacht. Aber dadurch auch noch den wirklich tollen Messestand von Sebastian Fitzek (anlässlich seiner 20 Schreibjahre) und diverse Fotospots entdeckt. Am Ende habe ich aber natürlich auch Bücher gekauft.
Fazit Tag 1: Viele Gelaufe, aber auch weniger Stress und mehr Messegefühl
Mein erster Messetag war genau die Mischung, die ich gebraucht habe:
ein entspannter Start, spannende Einblicke und genug Raum, um alles auch wirklich aufnehmen zu können. Manchmal ist weniger Plan eben doch mehr Erlebnis. Oder anders gesagt:
Ich werde das mit dem entspannten Start nächstes Jahr definitiv wiederholen.
Regen, Menschenmassen und ein sehr… sagen wir mal: „spicy“ Start
Der zweite (und für mich auch schon letzte) Messetag begrüßte mich mit Regen. Weil Messe ohne mindestens einmal Regen wäre ja auch langweilig.
Selbst im Pressezentrum herrschte zur frühen Einlasssstunde schon ordentlich Gewusel.
Den Auftakt für Kat und mich machte eine Podiumsdiskussion zum Thema Spicy Romance.
Mit dabei: Katie McLane, Margaux Navara, Kitty Harper und Linda Migani – also quasi geballte Expertise in Sachen spice.
Und genau darum ging es auch ziemlich schnell:
Es ging darum, was die Damen so Schreiben, um furchtbare Namen für Geschlechtsteile ( Ja. Wirklich) und um persönliche Grenzen.
Ich hatte ja ehrlicherweise mit einer klassischen Diskussion gerechnet – mit Argumenten, Perspektiven und vielleicht ein bisschen Analyse.
Bekommen habe ich stattdessen eine Gesprächsrunde mit Textausschnitten aus den Büchern der Autorinnen.
Unerwartet? Ja.
Unterhaltsam? Geht so
Wenn Zuhören zur Herausforderung wird (und Pommes die Lösung sind)
Danach wollten wir eigentlich weiter zu Ayla Dade und Laurie Harmening – wollten.
Die Realität: es war sehr voll, wir hatten einen nur einen Platz un etwas Entfernung znd konnten daher nur sehr wenig verstehen.
Kurz gesagt: Wir waren da… aber irgendwie auch nicht so richtig.
Also haben wir das einzig Logische getan:
Wir sind frühzeitig in die Mittagspause gegangen.
Und was wäre eine Messe ohne die obligatorischen Messepommes?
Richtig. Unvollständig.
Perfektes Timing, Signierglück und ein kleines bisschen Fangirl-Moment
Das verfrühte Mittagessen hatte allerdings auch einen entscheidenden Vorteil:
Ich war überpünktlich bei der Signierstunde von Lene Jansen und was soll ich sagen – es war einfach richtig schön.

Ein bisschen plaudern, ein bisschen stöbern… und am Ende durfte „Jonna“ als signierter Print mit nach Hause. (Manchmal sind es genau diese kleinen Momente, die einen Messetag perfekt machen.)
Internationale Vibes und eine neue Buchliebe in Sicht
Danach hatte ich noch etwas Zeit und bin spontan bei einem Gesprächsinterview mit Stephen Graham Jones gelandet, der sein Buch Buffalo Hunter Hunter vorgestellt hat.
Erschienen ist das Ganze beim Buchheim Verlag. Es ist direkt mal auf meiner Wunschliste gelandet.
Das Interview war größtenteils auf Englisch (kleiner Realitätscheck für die eigenen Sprachskills inklusive), wurde aber zwischendurch zusammengefasst übersetzt.
Insgesamt wirklich spannend und definitiv eines dieser „Gut, dass ich hier einfach reingestolpert bin“-Erlebnisse.
Bloggerleben, kleine Learnings und warum ich dringend ein Namensschild oder sowas brauche
Weiter ging es dann zum Bloggertreffen mit Jeanette Lagall am Stand der Schicksalsweber.
Hier wurde viel geplaudert mit ihr, aber auch mit anderen Bloggern und während ich so dastand und wir Fotos machten, hatte ich eine kleine Erkenntnis: Ich brauche dringend irgendwas mit meinem Blognamen drauf.
Wirklich.
Denn jedes Mal dieses „Und wie heißt dein Blog nochmal?“ – gefolgt von hektischem Handygezücke – ist… sagen wir: ausbaufähig.
Premiere, BL:OOM und ein richtig schöner Abschluss
Ein kleines Highlight zum Schluss war für mich eine Premiere:
Ich habe zum ersten Mal den BL:OOM Bloggerroom besucht – und das direkt für ein „Meet the Author“ mit Lilly Lucas.
Es ging um ihre New Beginnings-Reihe, die ich bisher tatsächlich noch nicht gelesen habe (ja, ich weiß) und die aktuell als Schmuckausgabe bei Droemer Knaur neu aufgelegt wird.
Neben den Büchern selbst ging es auch um ihren Schreibprozess, die Wahl ihrer Settings und diesen ganz besonderen „Zauber“, den ihre Geschichten haben. Genau so hat sich auch die Veranstaltung angefühlt: ruhig, persönlich und einfach richtig angenehm.
Fazit der Zwei Tage: Genau die richtige Mischung
Zwei Tage Messe und am Ende bleibt vor allem eines hängen: die Mischung macht’s.
Zwischen geplanten Programmpunkten und spontanen Entdeckungen, zwischen vollen Hallen und ruhigen Momenten, zwischen Fachthemen und völlig absurden Gesprächen über Geschlechtsteile.
Ich habe neue Bücher entdeckt, spannende Einblicke bekommen, tolle Menschen getroffen und mir (natürlich) viel zu viele Dinge auf die Wunschliste gesetzt.
Und vielleicht das Wichtigste:
Der entspannte Start hat wirklich den Unterschied gemacht.
Oder anders gesagt:
Ich komme wieder.
Mit Plan – aber nicht zu viel davon.
Und ziemlich sicher auch wieder mit Pommes.
Seid ihr auf der Messe gewesen und falls ja, was sind eure Erfahrungen oder Highlights gewesen? Ich bin gespannt, was ihr zu berichten habt.
Liebe Grüße
